Forschung

Mein For­schungs­an­satz lässt sich als Pra­xis­for­schung cha­rak­te­ri­sie­ren, d. h. Ziel ist, pra­xis­nahe For­schung zu betrei­ben mit direk­ten Impli­ka­tio­nen für die klinisch-psychologische Arbeit und the­ra­peu­ti­sche Pra­xis. Neben mei­nen drei For­schungs­schwer­punk­ten for­sche ich auch in den Berei­chen Pro­fes­si­ons­for­schung sowie Part­ner­schaft, Sexua­li­tät und Bin­dungs­for­schung.

 

E-MENTAL-HEALTH

 

E

–Men­tal Health als Forschung- und Pra­xis­feld beschreibt die Nut­zung moder­ner Medien im gesam­ten Spek­trum der klinisch-psychologischen Inter­ven­tion, d. h. in Prä­ven­tion, Selbst­hilfe, Bera­tung, The­ra­pie und Reha­bi­li­ta­tion. Dabei nimmt im Spek­trum der moder­nen Med–

ien das Inter­net eine pro­mi­nente Rolle ein, auch wenn es Anwen­dun­gen gibt, die Vir­tual Rea­lity Tech­no­lo­gien, APPs oder auch Com­pu­ter­spiele für the­ra­peu­ti­sche Zwe­cke ein­set­zen. Im wei­te­ren Sinne betrifft die E-Mental Health For­schung aber auch die kli­nisch rele­van­ten Aus­wir­kun­gen moder­ner

Medi­en­nut­zung. Im Zusam­men­hang mit Neuen Medien kann man hier sucht­ar­tige, dys­funk­tio­nale, selbst­schä­di­gende und devi­ante Nut­zungs­for­men unter­schei­den, die in der Summe als inter­ne­tas­so­zierte Stö­run­gen und Pro­bleme bezeich­net wer­den kön­nen.

Ausgewählte Publikationen:

Eichen­berg, C., Dyba, J. & Schott, M. (2016). Bin­dungs­stile, Nut­zungs­mo­tive und Inter­net­sucht. Psych­ia­tri­sche Pra­xis. doi: http://dx.doi.org/10.1055/s-0041–110025

Eichen­berg, C., Grab­mayer, G. & Green, N. (2016). A sur­vey of the­ra­pists’ and pati­ents’ atti­tu­des towards serious games in psy­cho­the­rapy. Tele­me­di­cine and e-Health, April 5th. doi: 10.1089/tmj.2016.0001

Eichen­berg, C. & Hüb­ner, L. (2016). Selbst­me­di­ka­tion, Gesund­heit und Inter­net­be­stel­lung: Eine Online-Befragung. Gesund­heits­we­sendoi: 10.1055/s-0035–1549970.

Eichen­berg, C. & Kühne, S. (2014). Ein­füh­rung Online-Beratung und –the­ra­pie. Mün­chen: UTB.

Eichen­berg, C., Wol­ters, C. & Bräh­ler, E. (2013). The inter­net as a Men­tal Health Advi­sor in Germany- Results of a Natio­nal Sur­vey. PLOS ONE, DOI: 10.1371/journal.pone.0079206

 

PSYCHOTRAUMATOLOGIE

 

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ie Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie beschäf­tigt sich mit der Erfor­schung see­li­scher Ver­let­zun­gen in Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen, aktu­el­lem Ver­lauf sowie ihren unmit­tel­ba­ren und Lang­zeit­fol­gen. Sie hat sich inzwi­schen aus­dif­fe­ren­ziert in die All­ge­meine und Dif­fe­ren­zi­elle Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie sowie die Spe­zi­elle Psy­cho­t­rau­mato–

logie. Die All­ge­meine Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie behan­delt all­ge­meine Gesetz­mä­ßig­kei­ten trau­ma­ti­schen Erle­bens und dadurch beding­ten Ver­hal­tens, die Dif­fe­ren­zi­elle Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie befasst sich mit inter­in­di­vi­du­el­len und inter­si­tua­ti­ven Unter­schie­den und Dis­po­si­tio­nen von Trau­ma­er­le­ben und –ver­ar­bei­tung.

Die Spe­zi­elle Pycho­t­rau­ma­to­lo­gie ist an typi­schen Situa­tio­nen aus­ge­rich­tet wie Gewalt­kri­mi­na­li­tät, sexu­el­ler Kin­des­miss­brauch etc. Dabei hat die Unter­su­chung psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gi­scher Fra­ge­stel­lung Rele­vanz für ver­schie­dene Berufs­grup­pen, die mit Betrof­fe­nen kon­fron­tiert wer­den.

Ausgewählte Publikationen:

Eichen­berg, C. & Zim­mer­mann, P. (in Vorb.). Ein­füh­rung Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie. Mün­chen: UTB.

Huss, J. & Eichen­berg, C. (2016). Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gi­sche Abwehr­stra­te­gien in der jour­na­lis­ti­schen Bericht­erstat­tung am Bei­spiel des 11. Sep­tem­ber: Ein Bei­trag zur Ent­s­tig­ma­ti­sie­rung psy­chi­scher Stö­run­gen. PPmP – Psy­cho­the­ra­pie Psy­cho­so­ma­tik Medi­zi­ni­sche Psy­cho­lo­gie, 2, 74–81.

Red­de­mann, O., Leve, V., Eichen­berg, C. & Herr­mann, M. (2014). Zur Bedeu­tung von Trau­ma­fol­ge­stö­run­gen für die haus­ärzt­li­che Pra­xis. Zeit­schrift für All­ge­mein­me­di­zin, 3, 123–128.

Eichen­berg, C. & Wol­ters, C. (2013). Dif­fe­ren­zi­elle Indi­ka­tio­nen des Ein­sat­zes moder­ner Medien in der Trau­ma­the­ra­pie. Zeit­schrift für Psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gie, Psy­cho­the­ra­pie­wis­sen­schaft und Psy­cho­lo­gi­sche Medi­zin, 2, 7–19.

Eichen­berg, C., Blo­kus, G. & Mal­berg, D. (2013). Evi­denz­ba­sierte Pati­en­ten­in­for­ma­tio­nen im Inter­net: Eine Stu­die zur Qua­li­tät von Web­sites zur Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung. Zeit­schrift für Psych­ia­trie, Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie, 4, 263–271.

 

PSYCHOTHERAPIEFORSCHUNG

 

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ie Psy­cho­the­ra­pie­for­schung beschäf­tigt sich mit der Wirk­sam­keit und Wirk­weise psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Ver­fah­ren. Dabei ist sie v.a. als „Erfolgs­for­schung“ eta­bliert. Dabei betonte bereits Freud, wie wich­tig Feh­ler für die indi­vi­du­elle Ent­wick­lung sind. Dies gilt auch für das Fach der Psy­cho­the­ra­pie­for­schung, d. h. aus geschei­ter­ten The­ra­pien ist

min­des­tens genauso viel – wenn nicht sogar mehr – zu ler­nen als aus gelun­ge­nen. Aller­dings ist die Feh­ler­kul­tur in der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen For­schung und Pra­xis noch nicht sehr weit ent­wi­ckelt. Risi­ken und Neben­wir­kun­gen betref­fen dabei ver­schie­dene Pro­blem­fel­der (z. B. Therapieablehner/-abbrecher, Non­re­spon­ders, zeit­lich über–

dau­ernde Ver­schlech­te­run­gen, Fehl­ent­wick­lun­gen in der the­ra­peu­ti­schen Bezie­hung und Behand­lungs­feh­ler wie z. B. Absti­nenz­ver­let­zun­gen). In die­sem Sinne sollte die Miss­er­folgs­for­schung in der Psy­cho­the­ra­pie mit glei­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit Gegen­stand der Psy­cho­the­ra­pie­for­schung sein wie der Erfolg von Behand­lungs­ver­fah­ren.

Ausgewählte Publikationen:

Eichen­berg, C. Bräh­ler, E. & Hoefert, H.-W (Hrsg.) (in Vorb.). Selbst­be­hand­lung und Selbst­me­di­ka­tion – medi­zi­ni­sche und psy­cho­lo­gi­sche Aspekte. Göt­tin­gen: Hog­refe.

Eichen­berg, C. (2015). The­ra­peu­ti­sche Miss­er­folge: Zum Stand des (Nicht-)wissens über das Schei­tern in der Psy­cho­the­ra­pie. Pro­jekt Psy­cho­the­ra­pie – Maga­zin des Bun­des­ver­ban­des der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, 4, 24–26.

Eichen­berg, C. & Aden, J. (2015). Online-Beratung bei Part­ner­schafts­kon­flik­ten und psy­cho­so­zia­len Kri­sen: Mul­ti­me­tho­dale Eva­lua­tion eines E-Mail-Beratungsangebotes. Psy­cho­the­ra­peut, 1, 53–63.

Eichen­berg, C. & Ste­tina, B. U. (2015). Risi­ken und Neben­wir­kun­gen in der Online-Therapie. Psy­cho­the­ra­pie im Dia­log, 4, 56–60.

Eichen­berg, C., Becker-Fischer, M. & Fischer, G. (2010). Sexual Assaults in The­ra­peutic Rela­ti­ons­hips: Pre­va­lence, Risk Fac­tors and Con­se­quen­ces. Health, 12 (9), 1018–1026.