Begleitende Informationen zum Vortrag:
Eichenberg, C. (2004). Schwere seelische
Belastungen (Trauma) - Chancen und Grenzen des Internet für Selbsthilfe,
Beratung und Psychotherapie. Tagung "Traumafolgen - Welche Strategien
sind sinnvoll?", veranstaltet vom
Hartmannbund - Verband der Ärzte
Deutschlands e.V. und den Rheinischen
Kliniken Viersen (Fachbereich Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und
Jugendalters), 03. Juli 2004, 14.45.-15.30 Uhr, Viersen.
Das Internet hat sich inzwischen zu einem alltäglichen Informations- und Kommunikationsmedium etabliert und bietet eine Reihe von präventiven sowie kurativen Möglichkeiten für ganz unterschiedliche Problembereiche und Störungsbilder. So verschafft es zum einem auf leicht zugängliche Weise Informationen zu psychischen Störungen, ihren Entstehungsbedingungen und Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus kann es als Kommunikationsmedium fast alle Teile des Spektrums der klinisch-psychologischen Intervention als Interaktion zwischen Hilfesuchenden und Professionellen unterstützen, von der Etablierung soziale Unterstützungssysteme über die niederschwellige Beratung bis hin zu psychotherapeutische Maßnahmen, und somit traditionelle Versorgungsangebote sinnvoll ergänzen.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Chancen, aber auch (noch) bestehenden Probleme dieser Technologie für Betroffene von psychotraumatischen Störungen. Entsprechende Informationsressourcen im WWW, virtuelle Selbsthilfegruppen und netzbasierte Interventionsangebote werden exemplarisch vorgestellt, Vor- und Nachteile systematisch gegenübergestellt sowie Fragen hinsichtlich der Effektivität und empirischer Evidenzen anhand einiger bereits evaluierter internetgestützter Behandlungsprogramme für diese Störungsgruppe beantwortet. Abschließend wird diskutiert, ob und welche Arten der Internetnutzung bei welchen Personen mit psychotraumatischen Störungen negative Effekte haben können, die zur Verschärfung der Problematik beitragen.
Im Zuge der Mediatisierung
der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass viele Menschen auch bei der
psychologischen Versorgung auf einen flexiblen Einsatz unterschiedlicher
Technologien verstärkt Wert legen. Diesbezüglich die genuin neuen Möglichkeiten
moderner Medien zu kennen, diese weiterhin wissenschaftlich zu evaluieren und in
unserem Versorgungssystem zu etablieren ist eine wichtige Aufgabe aller
klinisch-psychologisch und psychiatrisch Tätigen in Praxis und Forschung.
Literatur
Ott, R. & Eichenberg, C. (Hrsg.) (2003). Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung. Göttingen: Hogrefe.
Zitierte
und weiterführende Literatur
1. Daten zur allgemeine Internetnutzung
ClickZ Network (2004). Population Explosion. [Online-Dokument]. URL: http://www.clickz.com/stats/big_picture/geographics/article.php/5911_151151
Cyveillance (2004). Quick Stats. [Online-Dokument]. URL: http://www.cyveillance.com/web/newsroom/quotes.htm
IDC (2002). Email Usage to Exceed 60 Billion by 2006. [Online-Dokument]. URL: http://www.idc.com/getdoc.jhtml?containerId=pr2002_09_23_113035
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2003). JIM Studie 2003. Jugend, Information, Multimedia. [Online-Dokument]. URL: http://www.mpfs.de/studien/jim/jim03.pdf
van
Eimeren, B., Gerhard, H & Frees, B. (2003).
ARD/ZDF-Online-Studie
2003. Internetverbreitung in Deutschland: Unerwartet hoher Zuwachs.
media perspektiven, 8, 338-358.
2. Verweise auf kommentierte Sammlungen von WWW-Informationen
a) zur Kinder- und Jugendpsychologie und -psychiatrie allgemein
Rünger, M. & Haverkamp, F. (2003). Ressourcen zur Kinder- und Jugendpsychologie, -psychiatrie und -psychotherapie im Internet. In R. Ott& C. Eichenberg (Hrsg.), Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung (S.47-61). Göttingen: Hogrefe.
b) zu psychotraumatischen Störungen
Eichenberg, C. (2003). Die Chancen des Internet zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs. Begleitende Informationen zur Posterpräsentation auf der 7th International Conference on the Treatment of Sexual Offenders: Sexual Abuse and Sexual Violence: From Understanding to Protection and Prevention, 11.-14. September 2002, Wien. [Online-Dokument]. URL: http://www.christianeeichenberg.de/sex_praev.htm
Eichenberg, C. & Schmitt, M. (2001a). Informationen über akute und posttraumatische Belastungsstörungen im Internet. Teil 1: Wissenschaftliche Ressourcen. Psychomed, 1, 53-57.
Eichenberg, C. & Schmitt, M. (2001b).
Informationen über akute und posttraumatische Belastungsstörungen im Internet.
Teil 2: Angebote für Betroffene.
Psychomed, 2, 119-124.
Qualitätssicherung:
Eichenberg, C. & Ott, R. (2003). Informationen über psychische Störungen im Internet: Überblick und Qualitätssicherung. In In R. Ott & C. Eichenberg (Hrsg.), Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung (S. 21-46). Göttingen: Hogrefe.
Funke, J., Stumpf, M., Weichselgartner, E. & Wilkening, F. (2003). Qualitätssicherung im Bereich neuer Medien durch Einführung von Qualitätskriterien. In R. Ott & C. Eichenberg (Hrsg.), Klinische Psychologie im Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung (S. 99-113) Göttingen: Hogrefe.
3. Online-Selbsthilfegruppen
Eichenberg, C. (2004). Das Internet als therapeutisches Medium: Die Besonderheiten des Online-Settings in Selbsthilfe und Intervention. Deutsches Ärzteblatt, 19, 14-16 [SUPPLEMENT: Praxis Computer]
Exemplarische Auswahl von Foren für verschiedene Arten von traumatischen Situationen:
Sexueller Missbrauch:
Allgemein:
www.selbsthilfe-missbrauch.de;
de.etc.selbsthilfe.missbrauch
Für betroffene Mädchen und Frauen:
www.wildwasser.de
Für betroffene Männer:
www.ueberlebender.de
Für Partner/innen von Betroffenen:
www.verbuendete.de
Mobbing:
Allgemein: www.mobbing-net.de
Für Schüler/innen:
www.schueler-mobbing.de
Tod nahestehender Personen:
Allgemein:
http://de.groups.yahoo.com/glueckloses_Leben
Für Eltern tot-, fehlgeborener oder abgetriebener Kinder:
www.engelskinder.de;
www.sternenkinder.de
Für Kinder und Jugendliche:
www.allesistanders.de
Lebensbedrohliche Erkrankungen:
Krebskranke Kinder und Geschwister:
www.onko-kids.de
Hepatitis C-Infizierte und Angehörige:
www.hepatitis-c.de/liste.htm
HIV-Infizierte und Angehörige:
www.lhiving.com/forum
4. Online-Intervention
Bollinger, S. (2004). E-Mail-Kontakte und
Psychotherapie. Psychotherapeut, 49, 126-128.
Eichenberg, C. (2004).
Täter (-hilfen) und
Gewalt (-förderung) im Internet.
Psychotherapie
im Dialog, 2,198-203.
Laszig, P. & Eichenberg, C. (2003). Online-Beratung und internetbasierte Psychotherapie. Psychotherapeut, 3, 193-198.
Ott, R. (2003), Klinisch-Psychologische Intervention und Psychotherapie via Internet: Ein Review zu empirischen Befunden. In R. Ott & C. Eichenberg (Hrsg.), Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung (S. 128-147). Göttingen: Hogrefe.
Exemplarische Auswahl von Online-Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche, klassifiziert nach verschiedenen Arten von traumatischen Situationen:
Sexueller Missbrauch:
Pro familia: www.sextra.de
Kinder-Schutzzentrum Berlin: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Mädchenhaus Bielefeld e.V.: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
kibs: Kontakt-. Informations- und BeratungsStelle für männliche Opfer sexueller
Gewalt: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Körperliche Gewalt in der Familie:
BISS: Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Horizonte, AWO-Beratungsstelle: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Chronische, lebensbedrohliche und
unheilbare Krankheiten:
Die Insel e.V.: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Björn Schulz Stiftung: erreichbar über
www.das-beratungsnetz.de
Gewalt und Mobbing in der Schule:
www.schulpsychologie.de
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Empfehlenswert: Fischer, G. (2003). Neue
Wege aus dem Trauma. Erste Hilfe bei schweren seelischen Belastungen:
Düsseldorf: Walter.